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Tag: Altissa

Die Kameras der Firma Münch aus Ludwigsburg.

Die Kameras der Firma Münch aus Ludwigsburg.

Die Kameras der Firma Bernhard Münch aus Ludwigsburg, haben mich in den letzten Monaten doch ziemlich auf Trapp gehalten. Ich berichtete bereits darüber, dass ich endlich meine unbekannte Kamera nach fünf Jahren identifizieren konnte.

Leider sagte mir aber der Name des Kamerahersteller nichts und so ging das Gesuche wieder von vorne los. 🙂

Jedoch wurde ich dank Hilfe fündig und bekam nähere Informationen über die  Münch Kamerawerke. Ich möchte hier nun aber nicht einen Artikel wortgetreu wiedergeben, sondern versuche es mal mit meinen Worten.

Bevor Firmengründer Bernhard Münch sich selbstständig machte, war er angeblich Mitinhaber der Altissa-Werke in Dresden. Dort konstruierte er laut seinen Angaben Fotoapparate und Mikroskope.

Im Jahre 1947 meldete er sein Gewerbe für feinmechanische und optische Geräte am Landratsamt München an.  Dabei bekam er erhebliche Schwierigkeiten sein Vorhaben durch zu setzen. Aber es gelang ihm doch.

Am 20.04.1948 erfolgte der Eintrag in das Handelsregister des Amtsgerichtes Ludwigsburg und nun konnte es los gehen.

Ende 1948 wurde die Lucida eine einfache Kleinbildkamera mit dem Format 24x24mm vorgestellt. Ein Jahr später, also 1949 kam die Ludix (dies ist meine Kamera) und die Rixa auf den Markt.

Durch Ihren feststehenden Metalltubus sieht die Ludix Kamera doch ein wenig ulkig aus. Als Format wurde hier 6×4,5 gewählt. Die Kamera wurde für 33 DM unter dem Slogan „Schlager der Saison“ vertrieben. Der große Erfolg blieb aber jedoch aus. Ein Merkmal der die Ludix von der Ludix 1 unterscheidet, ist sicherlich der gepresste Sucher, wie man sehen kann.

Ein paar Worte zu der Rixa. Diese Kamera wurde in den Varianten Rixa 3,5 , Rixa 4,5 und Rixa 7,7 hergestellt und vertrieben. Das Format der Kamera war 6×6. Die Unterschiede der Varianten liegen im Verschluss und dem Objektiv.

Neben den oben genannten Modellen soll es noch eine weiter Kamera geben, die Sportkamera Berdina. Diese Kamera wurde in den Formaten 6×6 und 6×9 hergestellt und angeboten. Leider findet man zu dieser Kamera im Internet gar nichts.

Da die Kameras zur damaligen Zeit nicht so die Hingucker waren, war es auch nicht verwunderlich, dass 1950 die Firma Insolvenz anmeldete und im September bereits aus dem Handelsregister ausgetragen wurde.

Heute jedoch, finde ich diese Bauweise schon sehr interessant.

Auf die Passgenauigkeit und die saubere Verarbeitung darf man nicht so achten. Wie bei den ersten Leicas, werden die Filme von unten in die Kamera eingelegt (dafür muss die Bodenplatte der Kamera entfernt werden).

Sicherlich gab es dann im Vorfeld genügend Kratzer und Beschädigungen auf dem Film.

Auch die Belederung ist bei meiner Ludix nicht gerade das „gelbe“ vom Ei. Jedoch ist die Kamera sicherlich ein Hingucker in jeder Vitrine eines Sammlers. 🙂

Soviel zu den Kameras des Bernhard Münch, die doch sicherlich Unikate sind und bleiben.

Herzlichst möchte ich mich bei dem ambitionierten Sammler Herrn Andreas Frank bedanken, der mir freundlicherweise eine Ablichtung seiner Modelle Ludix und Rixa zur Verfügung gestellt hat. Zudem hat Herr Frank mir doch sehr weiter geholfen.

Altix V – Die kleinen Kameras mit dem großen S

Altix V – Die kleinen Kameras mit dem großen S

Altix V, eine Kamera des VEB Altissa Camera-Werk, Dresden A16. Dies gibt es heute zum Abschluss des Tages.

Altix V

Baujahr: 1957
Typ: Sucherkamera
Film: Film 135 (Kleinbildfilm)
Format: Aufnahmeformat 24 x 36 mm
Fokus: Manualfokus
Sucher: Durchguck, optional weitere Sucher als Zubehör

Verschluß: Mechanischer Zentralverschluß, schnellste Verschlußzeit 1/300s

Diese Kamera der VEB Altissa Camera-Werke, Dresden A16, hatte neben einer manuellen Belichtungssteuerung auch einen Bajonettanschluß um Wechselobjektive anzuschließen.

Hauptsächlich wurde die Altix V  mit den Objektiven Zeiss-Tessar 1:2,8 f = 50 mm, oder Trioplan 1:2,9 f = 50 mm oder Meritar 1:2,9 f = 50 mm, und mit Tempor- oder Prontor-SVS-Verschluss geliefert.

Mögliche Wechselobjektive:

  • Meritar 50mm/f2,9
  • Primagon 35mm/f4,5
  • Tele Megor 90mm/f4,5
  • Tessar 50mm/f2,8
  • Trioplan 50mm/f2,9
  • Tempor (B 1s-250)
  • Prontor SVS (B 1s-300)

Durch die Eigenschaften das diese Kamera klein, handlich, einfach zu bedienen, schnell aufnahmebereit, auswechselbare Objektive und von meisterlicher Präzision war, bekam die Kamera vom Amt für Material- und Warenprüfung aus Jena, dass Gütesiegel „Sonderklasse“.

Die Kamera hatte folgende Merkmale;

  • Druckknopf, der den Verschlussspannhebel zum weiteren Spannen des Selbstauslösers freigibt
  • einen Verschlussspannhebel
  • einen Filmtransportknopf
  • einen Stellring für das Bildzählwerk
  • eine Bildzähluhr
  • einen Schuh zum Aufstecken von Spezialsuchern oder eines Entfernungsmessers
  • einen optischen Sucher
  • einen Filmrückspulknopf
  • Synchronisierte Anschlusskontakte für Blitzgeräte
  • Einstellring für die Belichtungszeiten
  • Einstellring zur Scharfeinstellung des Objektivs auf die einzelnen Entfernungen
    einen Blendeneinstellring

Angeboten wurde die Kamera zur damaligen Zeit zu folgenden Konditionen:

mit Trioplan 1:2,9 / 50 für 184,- DM
mit Tessar 1:2,8 / 50 für 220,- DM

Wer es noch nicht weiß, in der ehemaligen DDR gab es Gütesiegel die Produkte für besondere Qualität auszeichneten ;-).

Mehr zu Gütesiegeln der DDR gibt es demnächst hier.